JARA Kids

30/09/2015
Schüler vom Mönchengladbacher Gymnasium am Geroweiher filmen Teilchenspuren in einer selbstgebauten Nebelkammer. Die Videos werden später zur Teilchenidentifikation ausgewertet. Stefan Schoppmann

Forschung und Schule miteinander zu verknüpfen, darum geht es bei den JARA-Kids. Das Neue daran: Die Experimentierreihen der JARA-Kids sind sogenannter „Unterricht am anderen Ort“. Begabte Schülerinnen und Schüler vom Mönchengladbacher Gymnasium am Geroweiher haben im neuen Schuljahr die Gelegenheit Forschung bereits im Alter zwischen 12 und 14 Jahren hautnah zu erleben. Im Rahmen der JARA (Jülich Aachen Research Alliance) werden sie im aktuellen Schuljahr sowohl an der RWTH Aachen als auch am Forschungszentrum Jülich regelmäßigen Einblick in wissenschaftliche Arbeit erhalten. Ergänzt werden die Besuche durch eine intensive Vor- und Nachbereitung in den heimischen Klassenräumen. Stefan Bechstein, Physiklehrer am Gymnasium am Geroweiher, hatte die Idee zu dieser Unterrichtsform: "Im Zuge der neuen Möglichkeiten in NRW Unterrichtsfächer zu gestalten, ist es uns erstmals gelungen, Forschung schlüssig in den Schulalltag MINT-begabter Kinder zu integrieren. Alle 14 Tage fahren die JARA-Kids für einen Tag nach Aachen oder Jülich, wo sie entdecken und experimentieren. Im Stundenplan stehen zudem vier Wochenstunden 'Forschung', darin haben sie Zeit für Vorbereitungen, Auswertungen, Diskussionen und Präsentationen. Gemeinsam setzen wir die Ideen des Landesschulministeriums zur individuellen Förderung in die Tat um. So haben wir nun die Möglichkeit, talentiere Schülerinnen und Schüler bereits früh für die Faszination Forschung zu begeistern". "Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit“, ergänzt Prof. Achim Stahl, Direktor der JARA-Sektion FAME (Forces and Matter Effects), „denn so können wir unsere Begeisterung für Forschung an die jungen Menschen weitergeben und sie für eine spätere Karriere in der Forschung motivieren". Beim ersten Termin in Aachen bauten die Schülerinnen und Schüler sogenannte Nebelkammern. Hiermit beobachteten sie radioaktive Zerfälle und atmosphärische Teilchenschauer. Während der Pilotphase sind die JARA-Kids an der RWTH zunächst im Bereich der Teilchenphysik angesiedelt. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase ist ein Ausbau auf weitere Forschungsgebiete unter Beteiligung weiterer Schulen geplant. Erste Interessenten gibt es bereits.